Friday, May 19, 2006
Graduation Day - Endlich geschafft
P.S.: Die Meinungen, wie uns diese Talare stehen, gehen wirklich sehr weit auseinander.New York City - Christmas Time
Was wäre die Weihnachtszeit in New York ohne den wohl berühmtesten Weihnachtsbaum der Welt vor dem Rockefeller Center. Vor dem Baum befindet sich eine Eislaufbahn, auf der man richtig schön kitschige Heiratsanträge miterleben kann. Ich war nun zweimal hier und jedes mal machte jemand seiner Angebeteten einen Antrag - mit allem drum und dran: Blumen, einem funkelnden Ring und vor allem aufbrandenden Jubel der umstehenden Zuschauer. 
Dort findet man dann auch solch herrlichen amerikanischen Weihnachtsschmuck - sogar passend zur Fußball-WM.
Jurassic Park mit Knochengerippen
Das richtige Jurassic Park-Feeling kommt im am Central Park gelegenen American Museum of Natural History mit seiner großen Fossiliensammlung auf.
Publikumsliebling ist - wie könnte es anders sein - der Tyrannosaurus Rex.
New York bei Nacht

Dies ist ein Blick auf die Südspitze von Manhattan. Das Foto entstand auf der Staten Island Ferry, mit der man jede halbe Stunde kostenlos zwischen Staten Island und Manhattan verkehren kann. Bei gutem Wetter unbedingt einmal mitmachen.

Showtime - Cleveland Cavaliers vs. Miami Heat

Am letzten Aprilwochenende besuchten wir unser erstes NBA-Basketballspiel. Es trafen die Cleveland Cavaliers auf die Miami Heat - zwei der heißesten Teams der NBA, zumindest was ihre Spielweise und ihre Stars anbetrifft. Bis wir mitspielen können, müssen wir allerdings noch ein wenig wachsen. Bis ich "King James" eingeholt habe, fehlt mir zum Glück ja nur noch ein Kopf.

Schon die Pyrotechnik beim Einzug der Heimmannschaft machte klar, worin der Unterschied zu anderen Basketballligen besteht: im Unterhaltungswert! Leider musste Shaquille O'Neal verletzungsbedingt pausieren. Doch auch LeBron James und Dwayne Wade boten mit einer Einmann-Show auf beiden Seiten mit jeweils mehr als 45 Punkten und einer Vielzahl spektakulärer, krachender Dunkings und Alley-Oops eine begeisternde Show.
Friday, December 16, 2005
New York - Thanksgiving, Macy's Parade und Kinderträume
Auch wenn es nun mittlerweile schon fast ein halbes Jahr her ist, muss ich doch noch von unserem Thanksgiving-Ausflug nach New York berichten.

Jedes Jahr findet an Thanksgiving die große "Macy's Parade" statt - eine gigantische Parade mit zahlreichen Wagen, viel Konfetti und vor allem wahnsinnig großen Lufballons. Gesponsort wird das ganze - wie der Name schon aussagt - von Macy's, dem weltgrößten Kaufhaus. Markenzeichen diese New Yorker Institution ist der Stern, den man, wenn man durch New York geht auf zahlreichen Einkaufstüten sieht.
Dass die Parade begonnen hat, erkennt man spätestens dann, wenn ein gigantischer Charlie Brown durch die Häuserschluchten schwebt.

Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein! Es ist Super-Gonzo!

Und Stefans Auto wüde bestimmt gut in diesen Pikachu passen ;-)

Mein persönlicher Favorit waren aber Garfield und sein Teddy Pooky - schließlich teilen wir ja dieselbe Vorliebe für Kaffee und Lasagne und dieselbe Abneigung gegen Spinnen.

Wie es sich für einen richtigen Kindertraum gehört, waren auch die Disneyklassiker wie Donald Duck, Captain Hook und A-Hörnchen und B-Hörnchen zur Stelle.

Zum Abschluss durfte dann natürlich auch der rentiergezogene Schlitten mit Santa Claus auf gar keinen Fall fehlen. Nicht nur für Kinder ist diese Parade ein großes Erlebnis - weswegen wohl auch halb New York auf den Beinen war. Sollte jemand mal die Gelegenheit haben, über Thanksgiving in New York zu sein: unbedingt ansehen!!!
Wednesday, November 30, 2005
Niagara on the Lake - Winery Tour

Auch das Innendesign konnte sich sehenlassen. Bei Preisen von 70 Dollar für eine Flasche Eiswein und 3 Dollar für ein Probierglas ist dies allerdings auch kein Wunder. Glücklicherweise ließen sich die Besitzer nicht lumpen. Als ich auf die Frage, ob ich schon einmal Eiswein getrunken habe, antwortete: "Nicht hier in Nordamerika!", wurde ich gefragt, wo denn sonst. Als ich zu verstehen gab, ich käme aus Deutschland, von der Mosel, wurde ich gefragt, ob ich an Eiswein interessiert sei. Als ich aus dies bejahte, führte man mich an die Probiertheke und gab mir 7 Eisweine zu probieren, von Vidal über Riesling bis hin zu Gewürztraminer und rotem Eiswein. Und im Gegensatz zum vorherigen Weingut muss ich sagen, dass diese Eisweine hochklassig waren. Und das beste war: Sie waren umsonst! 
In diesem "Demonstrationsweinberg" für die Touristen befindet sich je eine Reihe mit einer der angebauten Rebsorten. Obwohl sich der Weinberg direkt am Haus befindet, nimmt man es hier mit der Laubarbeit nicht ganz so genau wie an der Mosel. Man beachte auch die Schilder mit den uns so vertrauten Namen. Für einen Amerikaner stellt der "Gewürztraminer" allerdings nur ein Unwort dar. Zitat aus einer Weinkarte: "You can't pronounce it?" (Sie können es nicht aussprechen?) Darüber konnten wir nur lachen: Wir schon!
Pink!!!
Auf vielfachen Wunsch: Dies ist mein pinkes Zimmer. Das ist das Los der zuletzt eingezogenen: Man bekommt das kleinere Zimmer, das auch noch in einem süssen Schweinchen-Rosa gestrichen ist. 


...und nicht zu vergessen: den passenden Santa Claus!!!!
Letchworth State Park - Die Schönheit der berührten Natur
Nach zahlreichen Empfehlungen nutzten wir am letzten schönen Herbstwochenende dieses Jahres die Gelegenheit den Letchworth State Park zu besuchen. Bei strahlendem Sonnenschein kamen wir in den Genuss eines wundervollen Naturschauspiels. Wie die Bilder belegen, wurde uns ein Besuch dieses Parks nicht umsonst ans Herz gelegt.
Während des so genannten "Indian Summers" erstrahlen die vorherrschenden Laubbäume noch einmal in allen Farben, bevor das Grau des Winters für eine lange Zeit die Vorherrschaft übernimmt.
Im Zentrum des Letchworth State Parks befindet sich der Genesee River, der sich im Laufe der Jahrtausende tief in das Landschaftsrelief eingegraben hat. Die dadurch entstandenen Schluchten, Hänge und Wasserfälle sind die Hauptattraktion des Parks.

Dieses Bild zeigt die Middle Falls, die größten Wasserfälle des Parks. Im rechten Hintergrund zu erkennen ist eine alte Eisenbahnbrücke. Auch wenn es sich um einen Naturpark handelt, sind die Spuren des Menschen nicht zu übersehen. Da ein Amerikaner ohne Auto anscheinend kein richtiger Amerikaner ist, sind alle wichtigen Punkte mit Teerstraßen verbunden, so dass man direkt mit dem Wagen vorfahren kann und keinen Meter zu viel zu Fuß gehen muss. erzeugt dies doch einen etwas befremdlichen Eindruck. 
Immerhin wurden die größten Verschandelungen der Industrialisierungsphase vor der der Einrichtung als Nationalpark beseitigt. So hat man immerhin die Fälle von den zugehörigen Mühlen befreit. Einige Reste wie eine Eisenbahnbrücke direkt über den Upper Falls sind immer noch vorhanden. Das gute daran ist aber, dass man von dort einen einmaligen Ausblick hat. 
Friday, November 18, 2005
Winter - Welcome to Buffalo
17. November 2005: Erster Schneefall des Jahres. Obwohl uns nur ein leichter Ausläufer der Wetterfront getroffen hatte, blieb der Schnee direkt liegen und deckte alles mit einer dünnen Puderzuckerschicht ein. Der einzige Kommentar eines Mitstudenten beim Anblick des nächsten Schneegestöbers am Nachmittag desselben Tages war : "Welcome to Buffalo!".
Spätestens jetzt sind wir wohl endgültig und offiziell in Buffalo angekommen.

Wie der Anblick dieses Autos auf dem Universitätsparkplatz zeigt, wurden andere Gegenden vom Schneesturm stärker erwischt und bekamen mehr als nur ein paar Zentimeter Niederschlag ab. Selbstverständlich habe ich die Gelegenheit genutzt, den ersten Schneeball dieses Winters auf meine Mitbewohnerin zu werfen. Bei soviel Winter, wie uns noch bevorsteht, muss man den Schnee schließlich so gut genießen wie möglich.
Sunday, November 13, 2005
Toronto - Wer geht in eine solche Kneipe?
Da wir bekanntlich nur 200 km von Toronto entfernt wohnen, führte uns ein Wochende in die kanadische Metropole, die deutlich mehr euopäisches Flair zu bieten hat als fast alle US-amerikanischen Städte. Vielleicht liegt dies auch an der ungewöhnlichen Dichte an Stripbars, Sexshops und Geschäften für spezielle Bekleidung wie Leder und Lack aller Art.Washington DC - 180 Liter Regen

Vom 7. bis zum 9. Oktober fand an der Georgetown University in Washington das Stipendiatentreffen Studienstiftung statt. Eigentlich eine gute Gelegenheit, die Hauptstadt der USA zu erkunden. Es gab nur ein kleines Problem: 180 Liter Regen in 2 Tagen. Von diesen 180 Litern landeten dann auch ca. 100 Liter in meinen Schuhen. Den Blick auf das Weiße Haus konnte ich dann im zweiten Anlauf auch ohne Regen genießen.
Einen Eindruck vom Wetter erhält man auf obigem Bild. Über diese Brücke mussten wir in strömendem Regen zur U-Bahn gehen. Dies ist in den USA etwas schwieriger als in Deutschland, da häufig jeder Quadratzentimeter Boden versiegelt ist und dann 10 oder mehr Zentimeter Wasser auf der Fahrbahn stehen. Für die Fußgänger auf dem Seitenstreifen heißt dies bei einem vorbeifahrenden Fahrzeug: Man sollte sich entscheiden, ob man den Schirm nach oben oder zur Seite hält. So etwas stört allerdings wohl nur Europäer, da der durchschnittliche Amerikaner in seinem SUV (Sport Utility Vehikel, eine Art Geländewagen) eher durch die Fluten pflügt als zu Fuß geht.
Dieses Foto zeigt die heiligen Hallen des Internationalen Währungsfonds, in denen Samstags unser Workshop stattfand. Er beschäftigte sich mit der Zukunft der Bretton-Woods-Institutionen und wurde von 2 Alumni der Studienstiftung geleitet, die bei IWF und Weltbank tätig sind. Da es sich um einen längeren Fußmarsch bis zum IWF handelte waren wir - welch ein Wunder - naß bis auf die Knochen. Leider war die Cafeteria geschlossen, so dass wir uns auch nicht mit heißen Getränken eindecken konnten. Im übrigen war außer uns niemand im Gebäude, da Samstags nicht gearbeitet wird. Angesichts eines Einstiegsgehaltes von Ökonomen von fast 100.000 $ ist diese 5-Tagewoche ganz angenehm und sicherlich auch ein Grund der Beliebtheit solcher Jobs.
Ansonsten habe ich natürlich die Gelegenheit genutzt, um mir die typischen Sehenswürdigkeiten Washingtons anzuschauen. Sonntags war es dann zur Abwechslung auch einmal halbwegs trocken. Einer der ersten Anlaufpunkte die National Mall, an der sich fast alle wichtigen Gebäude befinden. Am einen Ende befindet sich Capitol Hill mit dem Parlamentsgebäude, welches Kongress und Repräsentantenhaus beheimatet.
Unweit dahinter befindet sich der Supreme Court, das amerikanische äquivalent zum deutschen Bundesverfassungsgericht.
In der Mitte der Mall befindet sich der Obelisk des Washington Monument, den man aus vielen Filmen kennt. Das Bild wurde vom Lincoln Monument aus aufgenommen und zeigt das berühmte Wasserbecken, über das Forrest Gump im gleichnamigen Film zu seiner Jenny läuft. So naß wie wir an diesem Tag waren, hätten wir die Szene um ein Haar sogar nachgespielt.
Die kleinen Kinder dagegen lieben dagegen eher einen großen Deutschen: Albert Einstein, dessen Denkmal vor der National Academy of Sciences steht.Moondance Cruise
Auch wenn die Skyline von Buffalo nicht ganz mit der von New York mithalten kann, so weist auch Buffalo einige architektonische Leckerbissen auf, so z.B. auch ein Gebäude von Minoru Yamasaki, dem Architekten des World Trade Center. Spricht man mit Buffalonians (Einwohner Buffalos) so versichern diese einem, dass dieses Werk Yamasaki viel besser gelungen sei als das WTC. Etwas Lokalpatriotismus muss eben sein.
Geschossen wurden diese Fotos bei einer von der Universität organisierten Katamaran-Fahrt auf dem Lake Erie. Zusammen mit 40 anderen Studenten kreuzten wir auf dem auf "Moondance" getauften Katamaran für 2 Stunden auf dem See zwischen den USA und Kanada.
Besonders imposant war der Sonnenuntergang auf dem See, der alles in ein warmes Orange tauchte. In der Liste meiner Top-Sonnenuntergänge nimmt dieser hinter der Insel Elba Platz 2 ein. Vielleicht liegt dies vor allem daran, dass es auf dem Mittelmeer doch deutlich wärmer ist.
Sunday, September 18, 2005
Bis dass der TÜV uns scheidet

Für all diejenigen, die sich immer schon einmal gefragt haben, wieviel Stahl es braucht, um ein Auto zusammenzuhalten: Offensichtlich langen ein paar Schweíßpunkte. Und falls jemand der Ansicht sein sollte, solche Autos seien hier seltene Ausnahmen, kann ich ihn beruhigen. Aufgrund der enormen Mengen an Streusalz im Winter gibt es sogar noch viel schlimmer aussehende Autos. Bei einigen fragt man sich sogar warum sie überhaupt noch fahren. Wie bei Familie Feuerstein könnte man bremsen, indem man einfach die Füße unten rausstreckt. Insbesondere amerikanische Autos sind der letzte Schrott. 10 Jahre auf Durchrostung gibt es offensichtlich nicht. Daher fährt auch jeder, der etwas Geld hat, entweder ein europäisches oder ein japanisches Auto - und nur die Unterschicht begnügt sich mit Ford, Chevrolet oder General Motors. Ein Glück, dass der TÜV hier nur überprüft, ob Bremsen, Scheinwerfer und Scheibenwischer in Ordnung sind.
American Football (Klappe, die Erste)
Am 17. September war es endlich soweit. Die Heimpremiere unserer Uni-Footballmannschaft, der Buffalo Bulls und somit mein erstes Football-Spiel live und in Farbe im Stadion. Vor Tausenden gespannten Zuschauern waren die Scarlett Knights aus Rutgers (New Jersey) zu Gast. Genau genommen waren zu Beginn des Spiels noch eine ganze Menge Zuschauer im 29.000 Zuschauer fassenden Uni-Stadion. Gegen Ende waren es nur noch einige Hundert, doch dazu später mehr.
Unter dem mehr oder weniger tosenden Jubel der Anwesenden und großem Feuerwerk marschierten die Gladiatoren schließlich in die Arena ein. Die Feuerwerksböller dürften insbesondere bei den Anwerbern des Armee-Ausbildungsprogramm vor der Tribüne Irakgefühle aufkommen gelassen haben.

In Ermangelung anderer Drogen setzte unser Fanblock zur Begutachtung des Feuerwerkes übrigens auf Kaleidoskopbrillen, die alles direkt viel freundlicher aussehen lassen (uns eingeschlossen).
Der schnelle Zuschauerschwund lag vor allem daran, dass "unser Team" wieder einmal zeigte, wieso es in den beiden ersten Spiele der Saison zwei empfindliche Niederlagen einstecken musste -und es bei diesen beiden nicht einmal schaffte, auch nur einen einzigen Punkt zu erzielen.

Denn trotz der erstaunlichen Größe eines normalen Football-Kaders (es stehen immer nur 11 Spieler einer Mannschaft gleichzeitig auf dem Feld), schaffte es unsere Uni leider nicht, in obigem blauen Haufen ein paar Spieler aufzutreiben, die es schaffen, einen ihnen zugeworfenen Ball festzuhalten. Für uns fußballverwöhnte Europäer tut es außerdem weh zu sehen, wie es ein Kicker schafft, beim Versuch den Ball aus 20m zwischen die Torpfosten zu schießen, kurz vorher verhungert. Naja, was will man groß sagen. Das Spiel endete 3 zu 17 für die gegnerische Mannschaft. Aber man muss dem Spiel positive Seiten abgewinnen können. Einerseits haben wir unsere ersten Punkte der Saison erzielt (wenn auch immer noch keinen Touchdown) und die Gegner haben nur halb so viele Punkte erzielt wie sonst.

Eine wichtige Sache hätte ich fast vergessen: Die Cheerleader, die mit ihren Tanzeinlagen in einem ansonsten tristen Spiel für die notwendige Erheiterung sorgten - insbesondere wenn sie gerade mal wieder einen Sprung verpatzten und von dahinter stehenden Personen aufgefangen werden mussten.
Alles in allem war der erste Football-Abend somit durchwachsen. Zumindest etwas der Faszination dieses Sportes blitzte in den besseren Spielzügen auf. Auch die Gesamtgestaltung eines solchen Abends mit Showeinlagen und Halbzeitprogramm trägt dazu bei, dass einem das rund 4 Stunden dauernde Spiel (bei einer Netto-Spielzeit von 1 Stunde) nicht langweilig wird. Für mich wird es daher definitiv eine Fortsetzung geben. Dann will ich jedoch die Profis der NFL sehen!
Die Universität: Süd- und Nordcampus (Alt gegen Neu)

Die State University of New York at Buffalo wurde ursprünglich 1846 als private Universität mit Schwerpunkt Medizin gegründet. Erst 1962 wurde sie in das staatliche Universitätssystem New Yorks eingegliedert. Aus den Zeiten als private Hochschule stammt auch der größte Teil des historisch älteren Südcampus mit seinen 54 größtenteils malerischen Gebäuden. Am Südcampus sind vor allem die Mediziner und verwandte Gebiete beheimatet. Abgebildet ist das "Wahrzeichen" der Uni, die Hayes Hall mit ihrem Glockenturm, in der heutzutage die Architekten untergebracht sind.
Der Nordcampus wurde dagegen erst im Zuge der Erweiterung in den frühen 70er Jahren erschlossen und liegt rund 6km vom Südcampus entfernt in einem Vorort Buffalos. Die hier vorhandenen 141 Gebäude folgen eher der funktionalen Logik der 70er Jahre und sind - als kleine Andeutung, was einen im Winter erwartet, alle mit geschlossenen Übergängen auf Höhe des zweiten Stockes miteinander verbunden. Im hier abgebildeten Gebäude sind VWL und Physik untergebracht. (Dies ist sicher nicht das vorteilhafteste Foto und wird nicht dem gesamten Nordcampus gerecht, vermittelt aber einen ersten Eindruck)
Sunday, September 04, 2005
Buffalo National Wings Festival (Kulturschock inbegriffen)

Am Labour-Day-Wochenende besuchten wir das Chicken-Wing-Festival im heimischen Baseball-Stadion. Die Tradition des Buffalo National Wings Festival wurde vor 4 Jahren durch den Film "Osmosis Jones" begründet. In diesem Film über die amerikanische Fast-Food-Kultur schickte ein findiger Drehbuchschreiber Bill Murray auf ein Chicken-Wing-Festival nach Buffalo, das in Wirklichkeit bis dato gar nicht existierte. Ein lokaler Geschäftsmann fühlte sich durch diesen Film so sehr inspiriert, dass er es in die Wirklichkeit umsetzte. Das erste Buffalo National Wings Festival war geboren.
Allein im letzten Jahr verzehrten 66.000 Besucher über 400.000 Wings von mehr als 30 Restaurants von Texas bis New York. Die Geschmacksrichtungen reichen von ganz normal bis BBQ-Honey-Garlic (Barbeque-Sauce mit Honig und Knoblauch). Den ganz Harten würde ich ich die Geschmacksrichtungen Very Hot bis Atomic empfehlen, die auch die letzten verbliebenen Geschmacksknospen mit Sicherheit abtöten. Ausreichend Milch zum trinken nicht vergessen!
Das zweifelhafte Highlight der dreitägigen Veranstaltung war allerdings der Ess-Wettbewerb der "International Federation of Competitive Eating". Ziel des Wettbewerbs war es, innerhalb von 12 Minuten soviel wie möglich der rund 4,5 kg Hamburger, Chicken Wings und Corned Beef zu vertilgen. Der Sieger (2. v.l.) schaffte unter dem frenetischen Jubel der anwesenden Amerikaner immerhin mehr als 3kg. Von den anfänglich 4,5 kg waren somit fast nur noch abgenagte Hähnchenflügel-Knochen übrig. Es bleibe der Vorstellungskraft des Betrachters überlassen, sich den schaufelradbaggerartigen Essstil der Gladiatoren vorzustellen, der nötig ist, um solche Unmengen Essen in so kurzer Zeit vertilgen zu können. Auf Bildmaterial wird hier verzichtet. Mir und meinen Freunden war jedenfalls anschließend der Appetit vergangen. Die Amerikaner dagegen schienen es zu lieben. Aber: Jeder soll ja bekantlich nach seiner Facon glücklich werden.
In the Ghetto
Buffalo ist eine von wirtschaftlichen Problemen geplagte Stadt. Wer es sich leisten kann, zieht in die Vororte. Was zurückbleibt, ist eine für deutsche Verhältnisse erschreckende Bausubstanz. Hier ein Foto der Hauptstraße von der unser Appartement vielleicht 50m entfernt ist. 
In dieser lauschigen Straße befindet sich unser Haus. Die üblicherweise auf der Straße herum hängenden und zu jeder Tages- und Nachtzeit Lärm machenden Afro-Amerikaner fehlen auf dem Foto allerdings, so dass es nur ein sehr unvollständiges Bild der anzutreffenden Subkultur gibt. Solange man aber bis spät abends noch Kinder auf der Straße spielend antrifft, kann die Gegend gar nicht so schlimm sein, wie einem viele Horrorgeschichten glauben machen.

Auch an die vielen geschrotteten Autos in den Hofeinfahrten, in diesem Fall mit einem leer stehenden Haus im Hintergrund, muss man sich erst gewöhnen.

Trotz der einführenden Bemerkungen haben wir hier ein nettes kleines Häuschen mit verhältnismäßig guter Bausubstanz gefunden, in dem es sich gut leben lässt. Die Miete ist erschwinglich, der Platz ausreichend, der kostenlose Shuttle-Bus zur Uni in 15min zu Fuß erreichbar und die Highspeed-Flatrate mittlerweile auch installiert.
